Fragen und Antworten zu Giro-e

Einige Fragen haben uns zwischenzeitlich zu Giro-e erreicht, die wir gerne hier weiter sammeln und beantworten:

 

„Muss ich als Stromabnehmer auch Kunde bei der GLS Bank sein oder nur der Ladesäulenanbieter?“

Nein, für den Stromabnehmer funktioniert jede Bankkarte einer beliebigen Bank, soweit diese eine Karte mit Girocard-Symbol und Kontaktlos-Funktion zur Verfügung stellt. Nur der Betreiber von Ladeinfrastruktur benötigt zur Gutschrift der Beträge ein Geschäftskonto bei der GLS Bank.

„An welchen Ladesäulen funktioniert Giro-e?“

Im ersten Schritt ab Februar 2018 werden die Schnellladesäule von EBG compleo an der GLS Bank in Bochum sowie die (dann zusätzlich installierten neuen) AC-Ladesäulen dort am Standort eingebunden. Nach dieser Pilotierung können weitere Säulen des Herstellers EBG aktiviert werden, soweit deren Betreiber die Bezahlung mit der kontaktlosen Bankkarte anbieten wollen. Im Laufe des Jahres sollen die Ladesäulen weiterer Hersteller und Betreiber eingebunden werden.

„Warum braucht man als Betreiber ein kostenpflichtiges Konto bei der GLS?“

Wir müssen das vom Ladenden eingezogene Geld technisch auf einem Konto der GLS Bank gutschreiben. Theoretisch wäre es natürlich auch denkbar, dass wir dieses Geld anschließend weiter auf ein drittes Konto einer fremden Bank durchleiten. Dies löst aber bei jedem Ladevorgang doppelte Buchungskosten und zusätzliche interne Abstimmungskosten der treuhänderischen Sammelkonten aus, so dass ein Betreiber-Konto bei der GLS Bank immer günstiger ist.

„Wieso wird jeder Ladevorgang über den Buchungsposten zusätzlich bepreist?“

Ein Ladepunkt-Betreiber zahlt für die Nutzung des Giro-e Backends nur einmalig einen Betrag für die Ersteinrichtung. Neben den monatlichen Kontoführungsgebühren für das Geschäftskonto bei der GLS Bank wird nur für jede erfolgreich abgerechnete Ladenutzung ein Buchungsposten auf dem Konto berechnet. Der Betreiber zahlt für die Nutzung von Giro-e somit nur dann, wenn er auch gleichzeitig Erträge generieren kann. Wir halten dies für eine sehr faire Lösung. Zusätzlich könnte der Buchungsposten wahlweise als Startgebühr voll an den Ladenden weitergeleitet werden.

„Mit der Startgebühr wird ein kurzer Ladevorgang oft unattraktiv.“

Betreiber können Giro-e sehr umfassend konfigurieren. So ist es auch möglich, dass Beträge unterhalb eines gewissen Ladevolumens oder Kurzzeit-Ladungen gar nicht abgerechnet werden. In diesem Moment verschenkt der Betreiber einerseits den Strom an den Ladenden, wird gleichzeitig aber auch nicht mit dem Buchungsposten bepreist.

„Die GLS weiß also nicht welche IBAN zu welchem Namen und zu welcher Adresse gehört?“

Bei einem Einzug vom Konto wird durch die technische Übertragung von der Karte ausschließlich die IBAN benötigt. Der Name des Kontoinhabers steht nicht im Datensatz. Somit kennen wir von Ladenden grundsätzlich erst einmal keine personenbezogenen Informationen. Dies ändert sich erst, wenn sich der Inhaber der Bankkarte bewusst bei Giro-e im Portal registriert, um kostenlose Zusatzleistungen wie Ladestatistiken und Rechnungsstellung nutzen zu können.

Nutzt der Ladende eine GLS Bank Karte, dann wäre eine Verknüpfung theoretisch möglich – dies ist aber im Giro-e Kernsystem dennoch nicht vorgesehen.

„Die bisherigen Ladekarten können anscheinend leicht (unerlaubt) dupliziert werden. Wie ist das bei der Bankkarte?“

Ein Vortrag während des aktuellen Kongresses 34C3 des Chaos Computer Club geht auf die Sicherheitsdefizite von RFID-Karten an Ladesäulen ein (Video). Die dort geschilderten Probleme sind korrekt. Eine Bankkarte kann nur schwer unerlaubt kopiert werden, für die nötige sog. Skimming-Attacke ist ein deutlich höherer technischer Aufwand nötig. Weiterhin ist das durch Giro-e eingesetzte Verfahren für die Kommunikation sicherer als die bisher eingesetzten Methoden.

„Kann man eine fremde / gestohlene / verlorene Bankkarte davor halten und derjenige muss dann zahlen?“

Ja, grundsätzlich ist damit eine Aufladung möglich. Der fällige Betrag wird vom „falschen“ Konto eingezogen. Der echte Inhaber kann dem selbstverständlich widersprechen. Dadurch wird eine Rücklastschrift ausgelöst und die Karte ist dauerhaft für die weitere Nutzung automatisch gesperrt. Das Risiko für diesen Ausfall wird die GLS Bank tragen, nicht der Betreiber der Ladeinfrastruktur.

„Wie weiß ich, was mich die Ladung kosten wird?“

Wenn die Ladesäule ein ausreichend großes Display hat, dann werden die zum Start gültigen Preiskomponenten  per Bildschirm angezeigt. Handelt es sich um Ladepunkte ohne eigene Anzeige, so wird der Preis per Aufkleber an der Säule sichtbar kommuniziert.

Zusätzlich wird man über diese Website die Preise abfragen können. Zuletzt sollen diese Daten mittelfristig per offener Schnittstelle auch für Drittnutzer (Ladesäulen-Suchmaschinen) zur Verfügung gestellt werden.

„Wie kann ich die anfallenden Kosten und Abrechnungen kontrollieren?“

Im Regelfall (abhängig von der Tagezeit des Ladevorgangs) ist die Belastung des Girokontos nach zwei Werktagen in den Umsätzen sichtbar. Dort steht im Verwendungszweck ein Code, mit dem weitere Detail-Rechnungspositionen im Web eingesehen werden können. Diese Variante ist dauerhaft anonym möglich.

Wer sich mit dem Authentifikationscode als Nutzer registriert, kann auf alle historischen Ladevorgänge zugreifen und formelle Rechnungen erzeugen. In dieser Umgebung ist es dann auch möglich, die Abrechnung frisch abgeschlossener Ladevorgänge taggleich einzusehen. Optional ist es geplant, auch informelle E-Mails versenden zu können.

„Eine Lade-Abrechnung scheint aus Nutzersicht falsch zu sein.“

Bitte wenden Sie sich dazu in einem ersten Schritt an den Giro-e Support. Die Kontaktdaten werden wir mit Start des Live-Betriebs online veröffentlichen. Grundsätzlich wäre ein Widerspruch und damit eine Rückgabe des strittigen Einzugs natürlich einseitig vom Nutzer möglich. Sollte sich der Posten aber anschließend als korrekt erweisen, so müssen wir die angefallenen Drittbankgebühren ebenfalls auf den Rechnungsbetrag aufschlagen. Von daher freuen wir uns, wenn wir zuerst die strittigen Positionen prüfen dürfen.

„Ist eine Registrierung als neuer Betreiber schon jetzt möglich?“

Giro-e befindet sich aktuell in der letzten Phase der Entwicklung und soll im Februar 2018 an den Ladepunkten der GLS Bank in Bochum pilotiert werden. Nach dem erfolgreichen Start wird dann das System weiter ausgerollt. Wenn der Betreiber Ladesäulen von EBG compleo einsetzt, so ist eine Einbindung bereits Anfang des zweiten Quartals 2018 denkbar. Interessenten können sich gerne schon jetzt unter vertrieb@giro-e.de melden.

„Welche Unterstützung gibt es für eine halböffentliche Nutzung?“

Die Abrechnungsplattform von Giro-e ist so ausgelegt, dass auch Modelle mit Dienstwagenflotten in Unternehmen oder rabattierte Kundenprogramme konfiguriert werden können. Damit kann auch die Nutzung eigener Ladepunkte kostenlos gestellt werden.

„Welche Ladesäulen werden von Giro-e unterstützt?“

Jeder interessierte Ladesäulen-Hersteller bekommt von uns Informationen, wie eine Bankkarte ausgelesen wird. Nach dem Abgleich der bankfachlichen Anforderungen mit den verbauten Hardware-Modulen in der Säule kann dann festgestellt werden, ob der Ladepunkt Giro-e-fähig ist. EBG compleo Ladesäulen entsprechen bereits jetzt den Vorgaben.

„Gibt es eine Roadmap für die Einführung des Systems?“

Natürlich haben wir intern unsere Wünsche für die Einführung von Giro-e formuliert. Im Kern: wir wollen beginnend im Frühling 2018 nach Abschluss der Pilotphase eine möglichst schnelle Verbreitung erreichen. Allerdings sind wir technisch abhängig sowohl von den Ladesäulenherstellern und den technischen Backend-Betreibern, die jeweils Ihre Systeme ein Stück anpassen müssen, als auch von den jeweiligen Ladesäulen-Betreibern vor Ort, die Giro-e nutzen möchten. In Q1/2018 werden wir die grundsätzliche Funktion über unsere Pilotinstallationen an EBG compleo Ladesäulen zeigen und gleichzeitig darlegen können, warum die Nutzung der Bankkarte deutlich sicherer ist als alle bisher genutzten Ladekarten.

„Das GLS System ist nicht möglich für ausländische Kunden.“

Im ersten Schritt wird noch eine deutsche Bankkarte benötigt, das ist richtig. Es soll ein System geschaffen werden, das mit möglichst geringen Zahlungsverkehrskosten auskommt und damit sowohl kleine als auch größere Betreiber und Nutzer bestmöglich unterstützt. Lösungen für Ladende aus dem europäischen Ausland werden aber bereits intensiv durchdacht und vermutlich zu einem späteren Zeitpunkt eingeführt.

„Kreditkarten sind mit der gedeckelten Interchange-Gebühr von 0,3% doch nicht mehr teurer.“

Leider doch. Das Gesetz ist ausschließlich für den Schutz des Verbrauchers, sprich der Privatperson, gedacht. Kreditkarten von Unternehmen sind zum Beispiel nicht begünstigt. Damit ein Kreditkartenumsatz den Rechnungssteller erreicht, sind verschiedene Parteien beteiligt: das herausgebene Karteninstitut (MasterCard, Visa, …), ein Payment Service Provider, der das eigentliche Clearing durchführt, als dessen Vertragspartner der jeweilige Ladesäulenbetreiber, Banken (mit der Interchange-Gebühr) und Hardware-Anbieter für das jeweilige Zahlterminal. All dies sind frei verhandelbare gewerbliche Verträge, die dazu führen, dass eine Kreditkartenzahlung bei nach wie vor deutlich höheren Produktionskosten liegt als eine Banküberweisung.

„Wie registriere ich mich als Nutzer in Giro-e?“

Giro-e ermöglicht es ohne Voranmeldung einfach mit Ihrer kontaktlosen Girocard zu laden. Entsprechend müssen und können Sie sich hier im Portal nicht vorab registrieren.

Für eine Erstanmeldung in Giro-e benötigen Sie einen Authentifizierungscode, den Sie nach dem ersten Laden per Girocard mit jeder Abrechnung im Verwendungszweck Ihres Kontoumsatzes finden. Lassen Sie sich über den dort angegebenen Link den Online-Beleg anzeigen und drücken Sie dann auf „Als Nutzer / zur Rechnung registrieren“.